<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-8724584517063440766</id><updated>2012-01-23T17:48:47.775+01:00</updated><title type='text'>Haderlings Hafen</title><subtitle type='html'>Leuchtfeuer aus dem Blogarchiv</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://haderling.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://haderling.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>mkh</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>10</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8724584517063440766.post-7240701803412866330</id><published>2007-05-27T17:53:00.001+02:00</published><updated>2007-05-27T17:54:08.843+02:00</updated><title type='text'>Der lustige Zigeuner</title><content type='html'>Aus einer Zeit, als man noch nicht wusste, dass sie Sinti und Roma heißen, stammt das Gemälde mit dem fröhlich lachenden, schwarzhaarigen, braunhäutigen, weißzähnigen Zigeuner. Sein Kopf und seine Schultern schälen sich aus tiefschwarzer Dunkelheit hervor, sein gelbliches Hemd hat viele kleine Löcher, und seine zärtlichen Hände spielen Geige. Es ist eines dieser Bilder, die Tanz und Musik abbilden können, und man steht davor und glaubt, die gefühlvoll-lustig-traurige Melodie des Streichinstruments zu hören. Der Zigeuner selbst ist in Lebensgröße zu sehen, jedenfalls fast, oder er ist ein kleiner Mann, unter 1,60. Dabei selbstbewusst und lebensweise und schön: ein schöner, schwarzhaariger, feurig-lebenslustiger Zigeuner!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie hat ihn sich zur Hochzeit gewünscht. Sie hat ihn sich von ihrer Schwiegermutter schenken lassen. Ausgerechnet sie, die Frau mit ihren verhaltenen Emotionen, und dann dieser feurige Kerl. Damals war er einige Jahre älter als sie, heute hat sie ihn um 50 Jahre überholt. Er selbst blieb unverändert und strahlt noch immer die gleiche Lust aus wie damals. Er hängt über ihrem Bett, schlecht platziert, der Bilderrahmen sollte besser mit den Möbeln abschließen, sie hat wenig Stil für so etwas. Oder ist es der Geiger, der sich nicht in Muster fügen möchte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie muss einmal etwas in sich gespürt haben, für diesen feurigen Musiker muss Resonanz in ihr gewesen sein. Jung und voller Leben muss sie gewesen sein. Sie muss ihn sich ausgesucht haben, weil sie sich ein Sein voller Lust und Fröhlichkeit wünschte. Was wurde daraus. Wo hat sich das heiße Blut, die tänzerische Leidenschaft in den Jahrzehnten verirrt? Man spürt nichts mehr davon. Das alles muss in Enttäuschungen ertrunken sein, und dann im Altwerden oder im frühzeitigen Altsein vielleicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was fühlt sie, wenn sie den schwarzen Zigeuner heute über ihrem Bett hängen weiß, was erzählt er ihr? Wohin nimmt er sie mit, wenn sie mit ihm träumt? Wird sie in ihrem Leben noch einmal etwas machen, das nicht aus Zurückhaltung, sondern aus Verrücktem geboren wird? Oder wird sie sterben, so wie sie geworden ist: leise, unsicher, angstvoll, leidenschaftslos. Wird sie sich dann ihrem Zigeuner an die zärtliche, männliche Schulter lehnen und sagen, er möge sie in die schwarze Finsternis einfügen, die eins mit seinen langen Haaren ist, und er möge ihr ein Lied spielen, ein letztes, eine von diesen gefühlvoll-lustig-traurigen Sehnsuchtsmelodien. Wird sie in seinen Armen vergehen und das Glück und das Kribbeln noch einmal fühlen, das sie fühlte, als sie sich damals, vor einer Ewigkeit, die gestern war, in ihn verliebte, in das Bild dessen, das sie leben wollte und nie fand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;(aus: Wortgewebe, März 2007)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8724584517063440766-7240701803412866330?l=haderling.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://haderling.blogspot.com/feeds/7240701803412866330/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8724584517063440766&amp;postID=7240701803412866330' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/7240701803412866330'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/7240701803412866330'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://haderling.blogspot.com/2007/05/der-lustige-zigeuner.html' title='Der lustige Zigeuner'/><author><name>mkh</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8724584517063440766.post-6174103688585870375</id><published>2007-05-27T17:51:00.000+02:00</published><updated>2007-05-27T17:52:09.430+02:00</updated><title type='text'>Der Tag, an dem ich die Nacht nicht wollte</title><content type='html'>Ich habe keine Nachtbilder. Ich wollte gerne eines hier platzieren, aber ich stellte fest: ich habe keines. Dabei ist es nicht weiter schwer, mit entsprechender Langzeitbelichtung ein Nachtbild zu schießen. Aber nein, offensichtlich habe ich mir jahrelang nicht mehr den Spaß gemacht, die Nacht zu fotografieren. Ich bin müde. Ich habe - und auch das ist lange her - einen Western angeschaut! Zwei glorreiche Halunken. 40 Jahre alt. Der Film, meine ich. Ich wollte ein wenig abschalten, aber dann lief und lief der Western und wollte gar nicht mehr aufhören. Und er war zu gut, um ihn abzuschalten. - Jetzt ist es tiefe Nacht, aber: ich will sie gar nicht! Ich will den Tag nicht beenden. Dabei könnte ich hier beim Tippen einschlafen. Aber es gibt Nächte, die sind nicht zum Schlafen da, sondern zum Wachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier ist gedämpftes Licht. Dahinter beginnt die Nacht, die Finsternis, das Dunkel, das Schwarz, das Nichts. Wer weiß, ob da draußen längst die Welt eingeklappt wurde wie ein Laken, das man zusammen legt? Wer weiß es wirklich? Vielleicht wollen sie Platz sparen, und niemand würde es kontrollieren, ob die Welt in der Nacht denn noch Welt ist. Ich meine, man weiß es, weil man es zu wissen glaubt, aber wer weiß es wirklich? Und wer weiß, ob die Menschen wirklich auf den Mond geflogen sind? Wir leben in Täuschung. Aber wir sind überzeugt davon, dass wir alles wissen. Doch was wir wissen, ist das, was wir eben immer nur zu wissen glauben. Und wir wissen nicht mal, dass wir nichts wissen, so eingebildet ist unser Wissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was wollte ich schreiben? Nichts! Irgendwas über die Nacht, aber es fällt mir nicht ein. Ich sollte das gleich wieder löschen. Es ist Unsinn, es ist Zeitvertreib, es ist der Versuch, mir etwas einfallen zu lassen, was aber nichts wird. Es ist Nichts. Nichts wie die Nacht. Nichts wie ins Bett! Aber ich will die Nacht noch nicht, die Nacht, die zum Schlafen da ist. Ich will wachen, fühlen, wie ich lebe, etwas denken, aber nicht zu viel, zu müde. Hoffentlich liest das keiner! Es wäre Zeitverschwendung, tut es nicht! Glaubt mir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, ich komme zum Ende. Es hat nichts gebracht. Ich werde noch einen Augenblick hinaus gehen. Und ich werde wieder feststellen, dass sie auch diese Nacht die Welt nicht einfach zusammengerollt haben wie einen schwarzen Teppich. Man denkt es, und es hört sich nett an. Fiktion. Fantasie. Filosofie. Aber es nutzt nichts. Am Ende ist doch wieder nur: Realität. Nacht ist nur, wenn sich die Erde wieder auf die andere Seite gedreht hat, wie immer, banal. Was können wir unserem Wissen denn entgegensetzen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ach ja, noch eins: Im Sterben gingen wir in Lichtgeschwindigkeit über, meint ein Physiker. Mit Lichtgeschwindigkeit ins Jenseits. Die Beweise seien frappierend. Physik und Religion näherten sich mehr und mehr an, meint er. Nach seinem Vortrag gibt es noch eine Gebetsrunde. Mit Grüßen in die Unendlichkeiten des Alls, wahrscheinlich. Und ein Anderer sagte, es gäbe jetzt schon 30- oder 40-fache Lichtgeschwindigkeit, aber ich habe nicht so recht verstanden, was er meint. - Die Nacht ist etwas sehr Relatives. Du brauchst ja nur schnell genug zu fliegen, schon bleibst du immer auf der Sonnenseite des Planeten. Was gibt es also überhaupt noch, das fix ist, wenn nicht mal Tag und Nacht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dennoch ist alles bewiesen und Wissen, und man kommt nicht drum rum. Irgendwo zwischen den Polen des Nichts und des Alles sitzt: der Moment. - Es ist Nacht. Zeit zu schlafen. Man kommt nicht dran vorbei, man braucht Schlaf, das ist letztlich das, was die Regeln schafft: dein Körper. Nacht ist in deinem Körper. Selbst wenn es draußen vielleicht doch nur ein schwarzer Teppich sein sollte, der zusammengerollt wurde, weil die Welt Platz sparen soll. Ich werde es ja gleich sehen. Und wenn ich nicht zurück komme, dann könnte es sein, dass ich mich irgendwo in diesem Teppich festgeharkt habe, und vielleicht nach 16000 Jahren in der Zukunft oder in 40 Lichtjahren wiederkehre. Wer weiß es schon. Auch wenn es vermutlich eben doch wieder ganz banal ist. Und ich einfach wieder Zähne putze und ins Bett gehe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gute Nacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;(aus: Wortgewebe, Nov. 2006)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8724584517063440766-6174103688585870375?l=haderling.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://haderling.blogspot.com/feeds/6174103688585870375/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8724584517063440766&amp;postID=6174103688585870375' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/6174103688585870375'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/6174103688585870375'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://haderling.blogspot.com/2007/05/der-tag-dem-ich-die-nacht-nicht-wollte.html' title='Der Tag, an dem ich die Nacht nicht wollte'/><author><name>mkh</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8724584517063440766.post-2318196451153491157</id><published>2007-05-27T17:48:00.001+02:00</published><updated>2007-05-27T17:48:57.626+02:00</updated><title type='text'>Der Tod des alten Wirtshauses</title><content type='html'>Sie wurde älter. Ihr Mann war gestorben, das Ende einer verfahrenen Ehe, deren glückliche Anfangszeiten längst vergessen waren. Dann war ihr Freund gestorben, den sie nie ganz an sich ranlassen wollte. Sie wünschte sich ihre Ruhe, und sie hat sie bekommen. Ein Älterwerden ohne besondere Vorkommnisse führte zu einem Altsein ohne besondere Vorkommnisse. Aber es ist sehr anmaßend, einem anderen Menschen keine besonderen Vorkommnisse zu unterstellen. Wer bin ich, so etwas zu behaupten! Ich wundere mich selbst, dass sie nun schon auf die Achtzig zugeht. Aber ich vergesse ja manchmal auch die Menge an Lebensjahren, die zu meiner eigenen Vergangenheit werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neulich war ich erstaunt. Sie wird älter, und es scheint ihr gar nichts auszumachen, so scheint es oft. Als sei es ihr vielleicht sogar angenehm, dass sie nun endlich keine großen Lebenspläne mehr auszuklügeln hätte, denn das war ja noch nie ihre Stärke. Sie spricht darüber, dass sie nicht mehr lange leben würde, fast mit einem gewissen Trotz. Und es klingt so, als sei es ihr ganz recht so. Doch dann erstaunte sie mich. Sie ließ sich den Schlag anmerken, den es ihr versetzte, als sie vom Abriss eines alten Hauses hörte. In dieses Haus kam sie oft als Kind und als Jugendliche. Es war das Wirtshaus ihrer Verwandten väterlicherseits. Gelebt hatte sie selbst nie darin. Ich weiß nicht, ob sie in den letzten fünfzig Jahren jemals einen Schritt in dieses Gebäude gesetzt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unlängst wurde dieses alte Gemäuer also abgerissen. Ein Bauherr möchte hier neuen Wohnraum schaffen. Weshalb plötzlich der Schock? Wurde ihr nun die Vergänglichkeit ihres eigenen Lebens bewusst? Dadurch, das man ihr das stattliche, unzerstörbare Symbol ihrer Jugend aus der Welt riss?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;(aus: Wortgewebe, Nov. 2006)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8724584517063440766-2318196451153491157?l=haderling.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://haderling.blogspot.com/feeds/2318196451153491157/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8724584517063440766&amp;postID=2318196451153491157' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/2318196451153491157'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/2318196451153491157'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://haderling.blogspot.com/2007/05/der-tod-des-alten-wirtshauses.html' title='Der Tod des alten Wirtshauses'/><author><name>mkh</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8724584517063440766.post-6837024374108278411</id><published>2007-05-27T17:32:00.000+02:00</published><updated>2007-05-27T19:58:59.140+02:00</updated><title type='text'>Lichtenberg und Einhard - zwei Fragmente</title><content type='html'>Einhard, Imma und die Märtyrer&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einhard erhielt vom Kaiser ein großzügiges Stück Land in der Wildnis des Odenwaldes. Erst wurde gerodet, dann wurde ein stattliches Kloster erbaut. So entstand das Dorf Steinbach. Im Jahr 826 entschloss sich Einhard, die Gebeine der Märtyrer Marcellinus und Petrus aus Rom in sein Kloster zu holen. Die mussten freilich erst gestohlen werden, und deshalb wollte sich Einhard etwas einfallen lassen, damit sich der moralische Verstoß legitimieren ließe. So entschied er, von den beiden Märtyrern zu träumen und davon, dass ihr einzig wahrer Platz in seinem Kloster sein müsse. Geträumt, getan - der Rest war Präzisionsarbeit von honorierten Experten, die bald darauf die alten Knochen im Odenwald anlieferten. Einhard war zufrieden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drei Jahre später zog Einhard selbst in sein Steinbacher Kloster und lebte dort glücklich, zusammen mit Imma, seiner Frau, und den beiden Märtyrern. Doch nur vier Jahre. Dann trieb es ihn weiter nach Seligenstadt, wo er das nächste Kloster erbauen ließ. Seine Frau und seine Märtyrer folgten ihm. 836 starb Imma, und Einhard verfiel in tiefe Trauer. Einige jahre später verschied er seinerseits. Nun, das ist auch schon die ganze Geschichte. Schade, mir ist überhaupt keine Pointe eingefallen; ich werde noch dran arbeiten müssen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;Lichtenberg, die Stechardin und Margarethchen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 4. August 1782 stirbt Maria Dorothea Stechard, genannt die Stechardin, im Alter von 17 Jahren an einer schweren Kopfrose. Georg Christoph Lichtenberg ist tief erschüttert. &lt;em&gt;In meinem Leben bin ich nie reicher und glücklicher gewesen,&lt;/em&gt; hat der 40-jährige kurz zuvor an einen Freund geschrieben, &lt;em&gt;sie hat mich mit dem ganzen menschlichen Geschlecht ausgesöhnt&lt;/em&gt;. Ein Jahr später kommt Margarethchen in den Dienst Lichtenbergs: Margarete Elisabeth Kellners, zu jener Zeit 15 Jahre alt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer Lichtenberg ist? Physiker, Astronom, Mathematiker und nichtsdestoweniger Autor frecher Sudelsprüche! Am 1. Juli 1742 wird er in Ober-Ramstadt im Odenwald geboren, von Kindheit an mit Buckel und pfiffigem Verstand ausgestattet, er kommt 3-jährig nach Darmstadt, verlässt Darmstadt 21-jährig für immer, geht nach Göttingen und Hannover, wiedersetzt sich durch ein diplomatisches Schreiben dem gefürchteten Ruf des Darmstädter Ministeriums an die schlechteste Universität Deutschlands, nach Gießen, reist zweimal durch England, ist berühmter Professor und schreibt zwischendurch hintergründige Aphorismen, die seiner rebellischen Lebensweisheit gesellschaftsfähige Formen verleihen. Lichtenberg hat seinen Stammplatz in der europäischen Geisteswelt seiner Zeit. 1783 kommt Goethe zu ihm, und mit Georg Foster pflegt er kurzzeitig eine kleine Wohngemeinschaft, als Margarethchen bereits in seinen Diensten steht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im 4. Dezember 1786 gebärt die junge Angestellte ihm den ersten heimlichen Sohn. Im Kirchenbuch wird das Pseudonym "Ludewig Christian Eckhardt aus Pommern" als Vater angeführt, um die unchristliche und knifflige Nachkommenschaft zu verschleiern. Bald folgen weitere nichteheliche Kinder, jeweils unter Angabe geheimnisvoller Zeugernamen. Mittlerweile von schwerem Asthma und Atemnot gezeichnet, hervorgegangen aus der Lungeninsuffizienz seit Kindheitstagen, heiratet Lichtenberg schließlich seine Bedienstete und Geliebte und adoptiert seine zwei noch lebenden Kinder. Als er am 24. Februar 1799 stirbt, ist das Erbe gesichert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soweit für heute, ich weiß, das war nur ein wirklich kleines Fragment aus dem Leben Lichtenbergs, was soll´s? In einem seiner Sudelbücher hat er geschrieben: &lt;em&gt;Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe, ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zur Erhaltung meines Geistes und Leibes bei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;(aus: Wortgewebe, Sept. 2006) &lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8724584517063440766-6837024374108278411?l=haderling.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://haderling.blogspot.com/feeds/6837024374108278411/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8724584517063440766&amp;postID=6837024374108278411' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/6837024374108278411'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/6837024374108278411'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://haderling.blogspot.com/2007/05/lichtenberg-und-einhard-zwei-fragmente.html' title='Lichtenberg und Einhard - zwei Fragmente'/><author><name>mkh</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8724584517063440766.post-4685101556760834445</id><published>2007-05-27T17:12:00.001+02:00</published><updated>2007-05-27T17:13:52.831+02:00</updated><title type='text'>Ins Eis!</title><content type='html'>Carl Weyprecht sammelt Seeleute für seine Polarexpedition. &lt;em&gt;Zu bedauern ist nur jener,&lt;/em&gt; so schmettert er über den Kai, &lt;em&gt;der sich und sein hartes Geschick bejammernd, die Tage zählt, die noch verfließen müssen, ehe die Stunde der Heimkehr schlägt. Ein Solcher thut besser, wenn er ruhig zu Hause bleibt und sich am warmen Ofen den angenehmen Kitzel fremder, in der Einbildung vielleicht übertriebener Leiden verschafft. Für Denjenigen aber...&lt;/em&gt; Weyprecht macht eine lange Pause, die anwesenden Matrosen hängen an seinen Lippen. &lt;em&gt;Für Denjenigen, den das Schaffen und Treiben in der Natur interessirt, ist die Kälte nicht so grimmig, daß sie nicht zu ertragen wäre, und die lange Nacht nicht so lange, daß sie nicht einmal zu Ende ginge.&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Langeweile!&lt;/em&gt; donnert Weyprecht, der hagere, bärtige Mann im 34. Lebensjahr mit stechend sehnsüchtigem Blick, und dann spricht er ganz leise weiter: &lt;em&gt;Langeweile fühlt nur der, welcher sie in sich selbst trägt - die Seeleute lauschen gebannt - und der nicht im Stande ist, die Beschäftigung zu finden, welche den Geist davon abhält, sich brütend das eigene Elend selbst zu schaffen! &lt;/em&gt;Stille.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bald darauf melden sich elf abenteuerverliebte Matrosen im Hafenamt an, um bei der großen Polarfahrt des dreimastigen Barkschoners Admiral Tegetthoff dabei zu sein. Hinzu kommen der Heizer, der Zimmermann, der Koch, zwei Jäger, der Maschinist, der Eismeister und Harpunier, der Bootsmann, der Expeditionsarzt, zwei Offiziere und der Oberlieutenant Julius Payer, außerdem neun Schlittenhunde. Als Schiffslieutenant zeichnet Carl Weyprecht aus Michelstadt im Odenwald in den Personalakten. Bald darauf, im Jahr 1872 beginnt die österreichisch-ungarische Nordpol-Expedition auf der Bark Tegetthoff...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Zitate aus der Rede Carl Weyprechts, entnommen aus: Christoph Ransmayr, Die Schrecken des Eises und der Finsternis)&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;(aus: Wortgewebe, Juli 2007)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8724584517063440766-4685101556760834445?l=haderling.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://haderling.blogspot.com/feeds/4685101556760834445/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8724584517063440766&amp;postID=4685101556760834445' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/4685101556760834445'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/4685101556760834445'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://haderling.blogspot.com/2007/05/ins-eis.html' title='Ins Eis!'/><author><name>mkh</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8724584517063440766.post-8916249990803503270</id><published>2007-05-11T00:41:00.002+02:00</published><updated>2007-05-11T00:48:18.023+02:00</updated><title type='text'>Kafkaesk</title><content type='html'>Du gehst einen langen Korridor entlang, führst im Geiste engagierte Selbstgespräche und unterstreichst jedes deiner stummen Worte mit zwei durch die Luft wedelnden Armen und ringenden Händen. Plötzlich öffnet sich eine der vielen Korridortüren, und eine Frauenstimme ruft von drinnen heraus:&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Haben Sie geklopft?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Nein&lt;/em&gt;, sagst du entschlossen.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Na, dann kommen Sie doch herein!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drinnen rückt sie dir einen Stuhl zurecht.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;So einfach öffnen sich also neue Türen?&lt;/em&gt; sagst du.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Es kommt darauf an!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Worauf?&lt;/em&gt; sagst du.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Na, auf Sie!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verwirrt schwenkst du um und fragst ein wenig ärgerlich wie ein beim Murmelspiel ertappter Beamter:&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wer sind Sie&lt;/em&gt; überhaupt?&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wer sagt, dass ich bin?&lt;/em&gt; erwidert sie geistesabwesend, während sie zwei Tassen richtet.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wollen Sie einen Tee?&lt;/em&gt; Sie schenkt dir ein.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Und was wäre, wenn ich ablehne?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Sie würden eine Chance verpassen - greifen Sie also zu!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Tee verabschiedest du dich unauffällig, trittst wieder auf den Korridor und denkst daran, was sie dir beim Aufstehen sagte:&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Es wird alles anders sein, glauben Sie mir!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;Und während du noch überlegst, ob du eigentlich willst, dass alles anders würde, ist bereits alles anders.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Guten Tag,&lt;/em&gt; wünscht dir ein Passant.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ja, ein guter Tag!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;(aus: Wortgewebe; Januar 2006)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8724584517063440766-8916249990803503270?l=haderling.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://haderling.blogspot.com/feeds/8916249990803503270/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8724584517063440766&amp;postID=8916249990803503270' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/8916249990803503270'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/8916249990803503270'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://haderling.blogspot.com/2007/05/kafkaesk_302.html' title='Kafkaesk'/><author><name>mkh</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8724584517063440766.post-3330262577550207533</id><published>2007-05-11T00:29:00.000+02:00</published><updated>2007-05-11T00:33:07.084+02:00</updated><title type='text'>Die Axt auf dem Sofa</title><content type='html'>Als sie am Morgen aufstand, lief sie in die Küche, setzte Wasser auf, und der Rest folgte wie das Programm ihrer Spülmaschine. Frühstück, Aufbruch, die Familie verteilte sich, sie räumte den Tisch ab. In einer Ecke der Anrichte lagen Leitzordner mit Versicherungs- und Bankunterlagen, von der anderen Seite blickte sie ein Papierstapel an - Einladung zum Elternabend, Kindergartenfest, Besuch bei den Eltern in zwei Wochen - und in der Mitte standen die lachenden Fotos. Was zu tun war, hatte etwas Zeit. Sie setzte sich noch für einen Augenblick ins Wohnzimmer, fröhliche Möbel empfingen sie, ein lichtdurchfluteter Raum, sympathische Wände, IKEA sorgte dafür, dass man hier schon lebte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als sie etwas länger sitzen blieb als gedacht, überkam sie plötzlich eine kleine Unsicherheit, wie ein flaues Gefühl im Magen. Es war, als hätte sie etwas vergessen, das sich in diesem Moment bei ihr zurückmelden wollte. Irgendetwas, das einmal wichtig war und dann im Strom der Tage und Wochen und Jahre versiegte. Ein leises Rufen war es, eine Frage, aber sie konnte sich nicht erinnern, welche Antwort dazu passen würde. Sie hatte nicht nur die Sprache vergessen, mit der es da in ihr anklopfte, es schien so, als hätte sie den Sinn vergessen, das Gehör für diesen unhörbaren Laut. Halt mal, dachte sie. Sie wäre soeben aufgesprungen, um sich den Staubsauer zu schnappen, aber sie wurde zurückgesetzt. Ein unaussprechlicher Gedanke kam in ihr auf, und ein undenkbares Gefühl verbreitete sich wie merkwürdiger Duft im Volumen ihrer Disziplin, die sich nach Tagesgeschäft sehnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war der Geruch einer anderen Zeit. Mag sein, dass er was mit Blüten, Frühling und Süden zu tun hatte oder vielleicht auch mit Motoröl; sie wusste es nicht. Sie stand auf, drehte sich zum Fenster, in dem sie einen blitzblanken Garten liegen sah und hinter ihm die strahlende Hauswand der Nachbarschaft, und gleich darauf drehte sie sich wieder in die eigenen vier Wände hinein, ohne sie zu erkennen, und sie nahm wahr, wie ihr zaghaftes Zögern von dem neuen Schrei eingenommen wurde, der in ihr aufgekommen war wie heftiger Wind, der durch Gardinen weht. Was sie tat, geschah nicht im Bewusstsein eines Tuns, und was sie dabei fühlte, ging spurlos an ihr vorüber. Später nahm sie ihren Mantel und das Geld aus dem Wohnzimmerschrank mit dem nordischen Namen und lief aus der Tür.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als der diensthabende Beamte läutete, bat man ihn herein. Man bot ihm ein Glas an und setzte sich auf die verbliebenen Wohnzimmermöbel. Es wurden Fragen gestellt, die beantwortet wurden. Kinder weinten, und man schickte sie für eine Weile zum Spielen. Nein, er habe keine Ahnung, was da geschehen sei, nein, es habe keinen Streit und kein Gespräch gegeben, nein, er wüsste natürlich nicht, wo sie jetzt sei, deshalb habe er ja mit der Kripo gesprochen, nein, ihm seien keine Motive für eine Entführung oder ein Gewaltverbrechen geläufig, er sei einfach vollends überrascht, ja, er sei geschockt über das, was da wohl geschehen sein musste, ja, natürlich sei er am nächsten Tag telefonisch erreichbar. Als der Beamte das Haus verließ, war auch die Spurensicherung fertig mit ihrer Datenaufnahme. Am nächsten Morgen würde die Putzhilfe kommen und Ordnung schaffen können. Zusammen mit einigen Plastiktüten und Papieren nahmen die Experten nun auch die Axt vom Sofa und verabschiedeten sich. Das Haus wurde still, und die Nacht hatte Einzug gehalten. Ein unmerklicher Windstoß wehte in den Vorhang und verebbte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;(aus: Wortgewebe, März 2007)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8724584517063440766-3330262577550207533?l=haderling.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://haderling.blogspot.com/feeds/3330262577550207533/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8724584517063440766&amp;postID=3330262577550207533' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/3330262577550207533'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/3330262577550207533'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://haderling.blogspot.com/2007/05/die-axt-auf-dem-sofa.html' title='Die Axt auf dem Sofa'/><author><name>mkh</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8724584517063440766.post-1577790815377666269</id><published>2007-05-07T17:02:00.000+02:00</published><updated>2007-05-07T17:03:13.947+02:00</updated><title type='text'>Die Kammer auf dem alten Speicher</title><content type='html'>&lt;span style="color:#333399;"&gt;Auf dem alten Speicher kam er an die Kammertür, hob den Riegel, trat ein und sah Spiegel. Keine Wände und kein Teppich, keine Möbel, nicht mal ein Bett. Er war in einem Spiegelkabinett. Es kam ihm bekannt vor und war ihm fremd wie alle staubigen Träume. Jeder Spiegel war ein Fenster, zeigte einen Teil seiner Vergangenheit. Er sah Lieben, die er lebte, und von ihnen blieb etwas, das wie Verlangen in ihm bebte. Und er hörte sich sagen: Das ist vorbei und dies ist vergangen, die Zukunft hat begonnen, deine Gegenwart. Doch er musste einiges an Kräften aufbieten, um sich dem Sog der starken Empfindungen entziehen zu können. Er sah auch zerbrochene Freundschaften, verstorbene Menschen und Tiere, und er fand nicht zuletzt seine aufgegebenen Träume wieder. Sein Leben war voller Fragmente, die ihm aus den matt glänzenden Scheiben entgegen bleckten, klar, wie Erinnerung nur sein kann. Und da er so zwischen den Spiegeln wandelte, vergingen Stunden, und manchmal verlor er die Zeit und wusste nicht mehr, wo er war, was Vergangenheit sei und was eben geschah. Da kam die Stunde des Aufbruchs. Er ging aus der Kammer, verschloss die Tür und den Riegel. Er war ein wenig benommen, doch er nahm sich zusammen und fasste den Mut für das Hiersein. Und dann wurde ihm wohl, denn da blieb ein Platz für seine Leben, die er nicht lebte, und das war gut zu wissen. Und er erkannte darüber hinaus, das, was er jetzt lebte, war der kostbarste Schatz, denn dafür gab es keinen Spiegel. Und bevor er die Treppen wieder zu den anderen hinunter stieg, schob er noch einen kleinen Zettel unter dem Türschlitz der Kammer hindurch, auf dem stand geschrieben, er vergesse nichts. Und als er zurück zu den seinen kam, war ihm leichter im Herzen als je.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:85%;color:#333399;"&gt;(aus: Wortgewebe, Dezember 2006)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8724584517063440766-1577790815377666269?l=haderling.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://haderling.blogspot.com/feeds/1577790815377666269/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8724584517063440766&amp;postID=1577790815377666269' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/1577790815377666269'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/1577790815377666269'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://haderling.blogspot.com/2007/05/die-kammer-auf-dem-alten-speicher.html' title='Die Kammer auf dem alten Speicher'/><author><name>mkh</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8724584517063440766.post-4470612109828077991</id><published>2007-05-07T16:58:00.000+02:00</published><updated>2007-05-07T17:00:57.696+02:00</updated><title type='text'>Der Indifferente</title><content type='html'>&lt;span style="color:#333399;"&gt;Er sitzt am Fluss der Zeit und ergibt sich dem Geschehen. Nein, er ist nicht mit allem glücklich, aber er kann damit leben. Alles hat irgendwie irgendwo irgendwas Nachvollziehbares an sich. Und immer nur Kampf? Er gießt sich noch einen Tee in seine Tasse und schaut lange über den Fluss.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;Sein Platz ist warm und weich und komfortabel. Nein, es gefällt ihm nicht alles, und manchmal, da sickert sogar wieder mal ein wenig Groll aus der Welt durch seine Haut hindurch und bringt ihn durcheinander in seiner ruhigen Einkehr. Dann flucht er ein wenig und ist ein wenig enttäuscht und leidet ein wenig am Fließen der Zeit und der Dinge, die da kommen und gehen. Aber auch das vergeht, und bald treibt er wieder all die fließenden Dinge, die sein Leben sind. Sein kleines Leben. Und er glaubt fest daran, dass im kleinen tagtäglichen Leben das eigentlich Große liegt, versteckt wie die Perle einer Muschel.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;Einmal kamen Piraten vorbei. Flusspiraten. Naja, was heißt Piraten. Es waren ja nur Leute ohne festen Wohnsitz, die sich die Wässer entlang treiben ließen oder flussaufwärts segelten. Sie lachten und tanzten auf ihren seltsamen Booten und Flößen, und die Menschen der Dörfer sagten über sie, sie seien Diebe, Zigeuner und nutzloses Volk. Aber einige kamen an die Ufer, um die Flusspiraten zu sehen. Manche taten, als müssten sie angeln und fischen oder Wäsche waschen, andere kamen bei Dämmerung oder in der Nacht, um die lauthals lachenden Fremden feiern zu sehen unter ihren lodernden Feuerfackeln.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;An ihm selbst ging die Sache vorbei. Er blieb an seinem Ufer sitzen und vernahm das Rauschen der fließenden Zeit. Er ging seinem Alltag nach, wie jeden Tag, egal ob da Fremde waren oder nicht. Einmal, da sah er eine Tänzerin. Sie stand gar nicht weit von ihm am Fluss, und sie schien ihre Schritte und Bewegungen einzustudieren. Eine schöne Frau, ja, musste er sich eingestehen. Er war gerade dabei, Wasser auf´s Feuer zu setzen und ruinierte sich seinen alten Kessel, weil er vergessen hatte, ihn zuvor zu füllen. Als er sich abends auf sein Lager legte und die fernen Klänge von den Flusspiraten vernahm, da fühlte er sich seltsam unruhig. Und es wäre ihm lieber gewesen, diese Leute würden am nächsten Morgen verschwinden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;Als er in dieser Nacht träumte, da sah er sich - wie dumm er doch war in seinen Träumen! - als Ritter mit gezogenem Schwert auf seinem Schimmel durch die Berge reiten. Er sah ausgetrocknete Bäume und Wolken wie Rauchschwaden. Er wusste nicht, ob er in seinem Traum wütend war oder nur entschlossen, aber er spürte eines wie schon lange nicht mehr: er fühlte sich leben!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;Als er am nächsten Morgen aufstand, es war noch früh, und der Himmel experimentierte mit ungewöhnlichen Farben, da schaute er zum Fluss - wie jeden Morgen! - und er sah nichts. Keine Flöße mehr, keine Boote. Die Fremden, die Piraten waren abgefahren. Und er wusste nicht, ob er darüber verwundert sein oder ob er es einfach zur Kenntnis nehmen sollte. Plötzlich drehte er sich um, kickte den ruinierten Teekessel von der kalten Feuerstelle, nahm Mantel und Stock und machte sich entschlossen auf den Weg, um dem Fluss zu folgen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:85%;color:#333399;"&gt;(aus:  Wortgewebe, November 2006)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8724584517063440766-4470612109828077991?l=haderling.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://haderling.blogspot.com/feeds/4470612109828077991/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8724584517063440766&amp;postID=4470612109828077991' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/4470612109828077991'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/4470612109828077991'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://haderling.blogspot.com/2007/05/der-indifferente.html' title='Der Indifferente'/><author><name>mkh</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8724584517063440766.post-3966151381911660692</id><published>2007-05-07T15:50:00.003+02:00</published><updated>2008-02-26T10:17:25.662+01:00</updated><title type='text'>Haderling Trilogie</title><content type='html'>&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;&lt;strong&gt;Haderlings Irrfahrt&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;Die Bark machte ordentlich Fahrt! Die Sonne lachte gutmütig, der Himmel war blau wie die Ewigkeit, und dieser Wind! - der Wind wehte frisch und so zielstrebig, als wäre das Tor zur Erfüllung aller Wünsche nun endgültig aufgestoßen, und es gäbe kein Halten mehr. Die Männer verrichteten ihren Dienst an Deck und waren guter Dinge. Die See lag zu ihren Füßen, weit wie ihre Träume. Muth, der erste Steuermann, hatte die Ferne im Visier und schaute jung und verwegen über das edelhölzerne Steuerrad hinweg. Wager, der zweite Steuermann hatte das Fernglas im Anschlag und schaute wissend und selbstzufrieden ins Nichts. Still stand Kapitän Haderling an der Rah, und es schien ihm, als sei er neben dieser Brut himmelblauer Zuversicht, die ihn umgab, der letzte zweifelnde Geist an Bord der Neuland.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;Haderling wusste, dass die Bark ihren trügerischen Kurs nicht mehr lange halten durfte! Er war, obwohl bis zum Kapitän aufgestiegen, was meist nur den lauten und machtgierigen Kerlen gelang, ein introvertierter, stiller und intuitiver Mann, und er ließ sich nicht von dem verräterischen Glücksgefühl mitreißen, das seine Männer jetzt wie die Gischt überkam. Haderling hatte die wenigen Karten, die ihm zur Verfügung standen, genau betrachtet und in der Nacht die Sterne studiert. Er hatte die Böen, die Wellen und die Schwärme der Fische analysiert, und er hatte einen Vogelschwarm beobachtet, der gestern hoch über dem Meer vorüberzog. Haderling ahnte, ohne es zu wissen, dass der verführerische Wind, der sie seit drei Tagen aus der wochenlangen Flaute stieß, nur so erschien, als sei er der Weg ins heiß ersehnte neue Land, das sie finden mussten. Es war ein trügerischer Wind, der seine wilden Versprechungen durch die zeitvergessenen Tagträume der Männer säuselte und dabei nach frischem Verderben roch. Der Kapitän kannte ganz genau die Gefahr eines plötzlich allzu leichtgängigen Kurses, der tausend Männer in euphorischen Fehlglauben versetzen und in massenhaften Taumel stürzen konnte!&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;Doch Haderling wusste auch, dass er auf Widerstand stoßen würde, wenn er seiner Mannschaft den Kurswechsel ankündigen musste. Da war der junge, tatkräftige Muth, der in den letzten Wochen der Flaute beinah geplatzt wäre, weil er nicht wusste, wohin mit seiner verzweifelten Kraft. Und da war der kleine, streberische Wager, den das wochenlange Nichts schier verrückt gemacht hatte, weil sein dürftiger Verstand keine Anhaltspunkte mehr fand. Und da waren die raunzenden, stinkenden und spuckenden Männer, die er am Kap der Hoffnungslosigkeit aufgesammelt hatte, wo er ihnen Abenteuer, Weiber und Reichtum versprach. Haderling war klar, dass ihn eine gierige, hungrige Meute umgab, der nichts mehr widerstreben musste, als sein plötzlicher Befehl, die Segel an Fockmast, Großmast und Besanmast zu hissen, den Kurs zu wechseln und langsam und beschwerlich gegen den vielversprechenden Wind zu kreuzen und vielleicht sogar wieder der Flaute anheim zu fallen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;Nein, und es würde ihn wirklich nicht einmal wundern, wenn diese Brut der Zuversicht gegen ihn wetterte und aufbegehrte, denn - wie hätte er es den Männern auch erklären sollen? Er ahnte das Verderben, in das sie dieser vorlaute Wind geradewegs führte, aber wie hätte er in Dreikalfatermannsnamen diese nebulöse Ahnung, die er selbst wieder einmal nicht in Worte fassen konnte, den Männern plausibel machen können! Der Befehl zum Rückdrehen musste unter den schlafwandlerisch abenteuergeilen Seeleuten, die sich jetzt der Erfüllung ihrer heimlichsten Träume zum Greifen nah fühlten, zur bedrohlichen Zerreißprobe seiner Macht werden. Und er wusste auch, er musste seinen schrecklich unerwarteten Befehl schon bald, sehr bald geben!&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;"&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;em&gt;Kapitän Haderling!&lt;/em&gt; hörte er es hinter sich rufen und schüttelte sich die schweren Gedanken aus der Stirn. Es war die Stimme seines ersten Steuermannes Muth. Der Kapitän drehte sich ihm langsam entgegen und signalisierte mit einer Handbewegung seine Aufmerksamkeit. &lt;em&gt;Schauen Sie sich das mal an, Käpt´n&lt;/em&gt;, rief Muth und sein sehniger Arm deutete am Rahsegel der Neuland vorbei in die Ferne. Haderling kniff seine Augen zusammen, um das, was sich dort am Horzont schemenhaft auftat, zu erkennen. Von Erkennen konnte er eigentlich nicht sprechen, denn was er sah, war ihm neu, und doch schien es ihm wie ein Wiedererkennen, als begegnete er einem längst gesehenen Traum oder - einer Ahnung, die sich lange schon in seiner Wahrnehmung niedergelassen hatte, ohne dass er sie wirklich wahrnehmen konnte. Plötzlich breitete sich ein schreiender Gedanke in seinem düsteren Geist aus wie ein aufgeschreckter Möwenschwarm: Er hatte mit seinem Kommando zu lange gezögert!&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;*****&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;"&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;strong&gt;Haderlings Ohnmacht&lt;/strong&gt; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;Warum in Dreikalfatermannsnamen schreibt eine alte Landratte wie ich immer wieder vom Meer! Die größte Fahrt, die ich hinter mich brachte, war die Entdeckung des Seewegs von Brindisi nach Athen, und die Nordsee erlebte ich meistens von ihren Deichen, von ein paar Inseln und vom Watt aus betrachtet. Die ein oder andere Fähre nach Helgoland oder zu einer Hallig schäumte in meiner Fantasie zur siebenweltmeerischen Überfahrt auf, und es fehlte nicht viel, da hätte ich dick aufgeblähte Segel gesehen, wo doch nur rußiger Dieselqualm in den Himmel stob. Ich gebe zu: Das Meer macht mich, einen durchaus bodenständigen Kerl, zu einem Mann, der den Grund unter den Füßen verliert und in fernwehen Träumen verschwelgt. Vielleicht war eins meiner früheren Seelenhäuser das Herz eines Seemanns? Oder das Meer ist meine Metapher für unentdeckte Weiten und für allerlei unerfüllte Sehnsüchte! Und ich gebe bereitwillig zu, dieses Sehnen soll unentdeckt bleiben, denn wäre ich tatsächlich Matrose und schaffte im alltäglichen Takt der Dieselmotoren und im Trott der Bordhierarchien - ich wäre vermutlich der Erste, der von den höchsten Bergen träumte! Seltsame Sache, die mit den Träumen; manch ein Traum will unerfüllt bleiben, um nicht zu zerplatzen. Doch ich muss jetzt aufhören mit diesen Gedanken, soeben kommt Kapitän Haderling wieder aus seiner Kajüte, und ich - ich bin dazu da, seine Geschichte und jene der Neuland weiter zu erzählen, und so ganz nebenbei in den Tiefen meiner Zellen das Leben auf dem Meer zu erspüren, das nicht ich, sondern die Figuren, die ich schaffe, erleben. Doch bald wird auch meine Figuren ihr unausweichliches Schicksal ereilen, und sie werden zu Spielbällen, irgendwo zwischen den Stürmen der Sehnsucht und der Flaute ihrer Erfüllung. Erlebe es, Leser, wenn du willst, und komme mit, aber nur dann, wenn du dich nicht langweilst, auf diese seltsame Irrfahrt der Neuland.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;Was Haderling vor 24 Stunden gesehen hatte, als sein erster Steuermann Muth ihn mit lauter Stimme und einem in die Ferne ausgestreckten Arm aus seinen schweren Gedanken rüttelte, das war nichts weiter als ein Nebel, der sich winzig wie ein Tautropfen in der Weite anzusammeln schien. Dennoch war es wie eine neue Welt, welche die Männer aus dem Einerlei des Meeres riss. Der Nebel konnte nur eines bedeuten: Land. Und niemand wusste, welches Land dort in der Ungewissheit lag, noch weit weg, vielleicht mehrere Tage Fahrt noch entfernt. Nur einer wusste etwas, was er aber nicht wirklich wusste, nur unwirklich ahnte: Haderling, der alte Kapitän, und er wusste gleichermaßen, ohne es zu wissen, dass er eine Entscheidung treffen musste, welche - in diese oder in jene Richtung gefällt - die Grundfeste seines Lebens und der Leben seiner Männer erschüttern würde: die Entscheidung über den Kurs der Neuland, der sie alle hinführen oder wegreißen würde von diesem diffusen Land der Sehnsucht in der Ferne. Dann hatte er sich in seine Kajüte zurückgezogen. Muth übernahm für 24 Stunden das Kommando, und Wager, der zweite Steuermann hatte die Aufgabe, den Kapitän in regelmäßigen Abständen über die Lage an Bord und über das Näherkommen des Nebulösen zu informieren. Was Wager bei seinen Besuchen in der dunklen, stinkenden Kapitänskajüte vorfand, das war wenig ermutigend. Keine Karten, über die der Navigator brütete, sondern ins Leere starrende, aus grenzenlosem Zweifel gähnende Augen, und unter den beiden Steuermännern wurde düster und verschwiegen von dem wirren Geisteszustand ihres alternden Käpt´ns gemunkelt.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;Nach einer Ewigkeit erschien jetzt wortlos ein blasser Geist auf den Planken der Bark, argwöhnisch und verunsichert beobachtet von den Seemännern. Und als Haderling in die Ferne spähte, um jenen seltsamen Nebel zu erkennen, wurde der gespenstische Schatten seiner selbst noch bleicher. Wieder hatte sich der Kapitän unverzeihlich in Zeit und Raum verschätzt, wie er ärgerlich feststellen musste, denn die winzige Wolke, die 24 Stunden zuvor noch mühsam am Horizont zu erkennen war, türmte sich nun bereits weithin auf wie der Dunst eines ganzen Bergregenwaldes. Und man erkannte schon das Grün dieses fremden Stücks Land. Haderling rief Muth und Wager zu sich und forderte in strengem Ton Aufklärung darüber, weshalb man ihn nicht ausreichend informiert hatte. &lt;em&gt;Sie waren so tief in Gedanken versunken&lt;/em&gt;, rechtfertigte Wager. &lt;em&gt;Sie schienen die Ruhe dringend zu benötigen&lt;/em&gt;, Kapitän, berichtete Muth. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;Haderling schaute ins Leere, und da fand er wie zufällig den in die Ferne, zum Nebel gerichteten Blick eines jungen Matrosen, der an der Reiling stand, und dieser Blick ließ dem Kapitän endgültig das Blut in den Adern gefrieren. Er erinnerte sich dunkel an den Namen des Kerls: Er hieß Hungrig, und man hatte ihn damals, am Kap der Hoffnungslosigkeit, aus der Gosse aufgelesen wie alle anderen Matrosen der Neuland. Mit verzücktem Gesicht stand der Junge da und spähte zu diesem Etwas hinüber, das näher und näher kam. Haderling lenkte seine Augen weiter über die Gesichter der anderen Seeleute, und er fand überall diesen gleichen merkwürdigen Schimmer. Ihr Antlitz wirkte verändert, geschliffen wie Spiegel, und ihr Ausdruck verriet eines: Schreckliche Sehnsucht. Es waren nun Kindergesichter, die in dem unerhörten Moment zwischen Wunsch und Erfüllung erstarrten. Jede Einzelne dieser Matrosenseelen - die in hundert endlosen Stürmen und in triefendem Salzwasser gesottenen, die in Abschied und Verzweiflung und Wiederkehr und dennoch niemaliger Ankunft getränkten, die tausendmal verlorenen und vergessenen Nirgendwoseelen -, jede Einzelne schien nun etwas Sonderbares zu spüren, das wie Ende und Anfang schmeckte und bittersüß wie die schreckliche Verwirklichung all ihrer längst überwunden geglaubten Träume. Was Haderling sah, war der stille Schrei einer Masse, die nicht mehr kontrollierbar war, und der Schrei schwieg schrill und monoton wie 1 Stimme alleine, wie ein zur Massenformel gewordenes Wort: &lt;em&gt;Komm&lt;/em&gt;, hieß das Wort, und &lt;em&gt;Komm näher! Ich komme!&lt;/em&gt; - Schwindel überkam Haderling, und es wurde ihm Nacht.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;&lt;span style="font-family:courier new;"&gt;*****&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:courier new;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:courier new;"&gt;&lt;strong&gt;Haderlings Heimkehr&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:courier new;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:courier new;color:#333399;"&gt;Als Kapitän Haderling zu sich kam, lag er wieder in seiner stinkenden Kajüte. Unter seinen Beinen war die Matratze nass und kalt. Er rappelte sich auf und kroch an Bord. Er fand die Männer bei einer Feier. Das Land, das sattgrüne Land, aus dessen endlosen Bergwäldern die Luftmassen quollen wie das fruchtbare Versprechen einer unsagbaren Gewissheit, war nun ganz nahe gerückt. Die Neuland lag vor Anker. Haderling sah seinen ersten Steuermann Muth, wie er sich lachend mit einem fremden jungen Mädchen unterhielt. Sie hatte braune Haut und lächelte klug, verlegen und lockend. Auch Wager stand bei einem Mädchen an der Reling und schien sichtlich von ihrem Zauber eingenommen, und schließlich erkannte der alte Kapitän, dass alle seine Männer mit süßen Schönheiten zu Gange waren, und der Ausdruck ihrer Seemannsgesichter erzählte von den Freuden des Ankommens. In Haderlings Kopf hämmerte es dumpf, und er versuchte, die unverständlichen Dinge zusammen zu fügen und sinnvolle Gedanken aus Wortfetzen zu formen: &lt;em&gt;Nebel - Regenwald - Insel - Anker - Matrosen - sehnsüchtige Kindergesichter - neues Land - fremde Frauen...&lt;/em&gt; Nach und nach verstand Haderling, was hier während seiner Ohnmacht geschehen sein musste. Und diesmal war es kein stummer Schrei, der jetzt durch die duftig wehenden Lüfte drang, diesmal war es der heisere, dennoch durch alle Matrosenverzückungen dringende Befehl eines wie nie zuvor in seinem Leben alleine stehenden alten Kapitäns mit verpissten Hosen: &lt;strong&gt;&lt;em&gt;Alle Mann ... antreten!&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; Die zerschmetterte Stimme zerriss die alles umfassende Glückseligkeit auf der Bark. Und alle seine Männer, alle fremden Frauen schauten auf zu dem wahnsinnigen Gespenst, das sie aus ihrem selbstzufriedenen Sein herauszerren wollte wie feindliches Kanonenfeuer an einem wunderbaren Sommertag. Und aus den prallgefüllten Hosen der Männer wuchs durch ihre federleichten Lenden hindurch ein knappes Wort in ihre Köpfe hinein, das sie in ihrer früheren Hoffungslosigkeit niemals zu kennen wagten. Ein Wort, das in allen Sprachen der Welt die Ausgeburt menschlichen Eigenwillens war: &lt;em&gt;&lt;strong&gt;Nein!&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt; schallte es Haderling aus missmutigen Gesichtern unhörbar leise entgegen, doch er vernahm das Wort dennoch laut wie einen Donnerschlag und wusste, seine Zeit war zu Ende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als die Männer ihn festbanden, wehrte er sich nicht. Als er tage- und nächtelang wie ein gefangenes Tier am Mast gefesselt war, schrie er nicht. Als man ihm Wasser geben wollte, damit er nicht krepiere, trank er nicht, und man musste ihm den Trunk mit Gewalt einflößen. Die Tage und Nächte, in denen er unbeweglich und schlaff ins Leben hineinhing, hatte keiner gezählt. Was Haderling sah, war der endlos blaue Himmel, was er roch, war die elende Würze des fremden Inselwaldes, was er dachte, war: &lt;em&gt;Aufgeben!&lt;/em&gt; - Haderling war dort angekommen, wo er nicht hin wollte, und er wusste, dass er nicht mehr in der Lage war, noch irgendetwas an seinem Schicksal zu ändern. Plötzlich dachte er das Wort &lt;em&gt;Ankommen&lt;/em&gt;, und verächtlich formte er die drei Silben mit seinen salzig aufgerissenen Fetzenlippen, als eine braunhäutige Schönheit vor ihm stand und ihm etwas zu essen reichen wollte. &lt;em&gt;Was hast du daran auszusetzen&lt;/em&gt;, fragte sie ihn mit ruhiger, warmherziger Stimme. &lt;em&gt;Was ist es, was dir am Ankommen nicht gefällt&lt;/em&gt;, alter Mann? sagte sie. Haderling war verwundert. Woher weißt du... wollte er in dieses frische Gesicht hinein fragen, aber er ließ es sein. &lt;em&gt;Ankommen ist wie Aufgeben&lt;/em&gt;, antwortete er stattdessen. &lt;em&gt;Wer ankommt, wer mit Haut und Haar ankommt, der gesteht sich ein, dass er seinen unerfüllten Sehnsüchten nicht mehr länger standhalten kann!&lt;/em&gt; schob er mühsam aus seinem ausgetrockneten Gaumen hervor, und endlich hatte er wieder seine klaren Gedanken gefunden. &lt;em&gt;Du bist hart&lt;/em&gt;, antwortete ihm die Schöne, &lt;em&gt;du bist zu hart gegen dich selbst, und du weißt es. Und du bist zu hart gegen deine Männer, und auch das weißt du.&lt;/em&gt; – &lt;em&gt;Meine Männer werden hier bei euch verrecken&lt;/em&gt;, krächzte Haderling, &lt;em&gt;ihre einstigen Träume werden sie euch vor die Füße kotzen, und sie werden es Liebe nennen und Heiraten und Familie gründen und Haus und Heimat...&lt;/em&gt; – &lt;em&gt;Nein, Haderling, sie werden ankommen am Ziel ihrer Sehnsucht, entgegnete ihm die Frau ruhig, und sie werden fortan frei über ihr Glück entscheiden, sie brauchen dazu jetzt keinen Kapitän mehr!&lt;/em&gt; - Haderling schwieg sein allerletztes Schweigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Warum hast du dich so gegen deine Ankunft gewehrt, du armer alter Mann?&lt;/em&gt; fügte die Schöne nach einer Weile hinzu. Haderling verfluchte ihre Frage. Er verfluchte sie so lange, bis er zu lange damit zugebracht hatte, sie zu verfluchen, um es noch vermeiden zu können, über sie nachzudenken. Warum hatte er sich gegen die Ankunft gewehrt, schallte es ihm durch seinen eingetrockneten Schädel, und irgendwo am Ende des Tunnels seiner zermarterten Gehirnwindungen fand er wie die Lichtfetzen eines fernen Leuchtturms seine Antwort durch den Nebel vergrabener Wünsche hindurch sickern. Die Antwort war mehrstimmig, und ihre Facetten hießen erst Abenteuer, dann Entdeckungsdrang, dann Neugierde, dann Langeweile und schließlich Angst. Und Haderling wusste, er hatte Angst, sich niederzulassen, Angst, sich selbst und sein Leben zu verpassen, Angst, seine feurige Sehnsucht, die ihn stets am Leben zu halten schien, aufzugeben, Angst, seinen Drang nach Neuland zu verlieren, indem er dieses erreichte! Deshalb war er sein Leben lang unterwegs gewesen, und das war seine Mission, und die wollte er an seine Männer weitergeben, und wenn er noch irgendetwas im Leben weiterzugeben hätte, dann das! Dies alles schwang sich nun unhaltbar durch seine zerrütteten Denkkanäle, und als das Ende seiner inneren Worte gekommen war, fühlte er Leere, nur noch eine allerletzte Leere, und salzige Altmännertränen netzten seine Fetzenlippen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als die Männer ihn Tage später losbinden wollten, war ihr alter Kapitän bereits gestorben. Muth, der erste Steuermann, wollte das Seemannsbegräbnis. Wager, der zweite Steuermann, befürwortete die Verbrennung der Leiche, die bereits in den Verwesungszustand überging. Hungrig, der junge Matrose, legte das Feuer an den mit Öl überschütteten Leichnam und sah dem Alten das letzte Mal in sein lebloses Gesicht. Haderling schien zu lachen, wusste der Junge später zu berichten. Er lachte in seinem stinkenden Tod, als wäre er besessen, als wäre er im tiefen Wahnsinn aus dem Leben geschieden. So erzählte man sich. Und so erzählten es sich von nun an noch Generationen von Seefahrern, die das Gespenst Kapitän Haderlings in so manchen fürchterlichen Vollmondnächten an den Masten ihrer Schiffe gebunden vorfanden. Doch eine - eine wusste es besser! Es war eine jener Schönheiten einer fremden, vertrauten Nebelinsel, welche die Neuland einstmals ansteuerte. Und die Schönheit hieß Komm, und sie hatte dem sterbenden Kapitän einst etwas zu essen und eine Frage gereicht. Und viel später, als Haderling seine miefige alte Hülle schon längst verlassen hatte, da waren die beiden am Inselstrand entlang spaziert und ließen sich den würzigen Wind um ihre frischen, nackten Körper wehen wie die unverhüllte Antwort auf eine Frage, die jahrhundertelang nicht gestellt werden durfte. Und Haderling war angekommen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Courier New;color:#333399;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Courier New;"&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;(aus: Wortgewebe, &lt;/span&gt;&lt;span style="color:#333399;"&gt;September/ Oktober 2006)&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8724584517063440766-3966151381911660692?l=haderling.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://haderling.blogspot.com/feeds/3966151381911660692/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8724584517063440766&amp;postID=3966151381911660692' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/3966151381911660692'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8724584517063440766/posts/default/3966151381911660692'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://haderling.blogspot.com/2007/05/test.html' title='Haderling Trilogie'/><author><name>mkh</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>3</thr:total></entry></feed>
